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Überlingen - "Der Schutz vor Gentechnik
stärkt das Vertrauen in die regionalen Produkte und sichert so
auch das Einkommen der Landwirte", erklärte
Oberbürgermeister Volkmar Weber. Das Attribut "gentechnikfrei"
verleihe der Region eine "positive Qualität und ein
Alleinstellungsmerkmal". Für Thomas Vogler, den Leiter des
städtischen Grünflächenamts, ist die Argumentation
nach wie vor aktuell, mit der vor vier Jahren eine gentechnikfreie
Zone rund um Überlingen beschlossen und nach außen
signalisiert worden war. Daran hätten auch das inzwischen
verabschiedete Gentechnikgesetz und die Kennzeichnungspflicht bei
Lebensmitteln nichts geändert. Oberbürgermeister Weber
hatte noch einmal unterstrichen, dass Stadt und Spital alle
Pachtverträge "im Rahmen der Möglichkeiten" dahingehend
verändert hätten, dass keine gentechnisch
veränderten Pflanzen angebaut werden dürfen.
Doch seit der Erklärung von 2004 und der
Ausschilderung der "gentechnikfreien Zone" ist Überlingen von
forscheren Kräften, vor allem in Vorarlberg und der Schweiz,
auf diesem Gebiet überholt worden. Während
Baden-Württemberg stets zaudere, sagte Thomas Vogler, habe
Oberösterreich ganz bewusst einen Beschluss gegen das EU-Recht
gefasst und auch die Landesregierung von Vorarlberg habe sich jetzt
klar hinter die Petition für einen Verzicht auf den Anbau
gentechnisch veränderter Pflanzen gestellt.
Beispiele in anderen Ländern wie Kanada
hätten längst gezeigt, dass der Geist der gentechnischen
Veränderungen bei Lebensmittelpflanzen nicht mehr gezähmt
werden könne. Eine Verschleppung durch Insekten oder durch
verunreinigte Landmaschinen lasse sich nicht ganz verhindern; auf
der anderen Seite seien erhoffte Resistenzen gegen Schädlinge
schon nach einigen Jahren wirkungslos. Als "Schwachsinn"
bezeichnete Thomas Vogler das Argument, das Hungerproblem
lösen zu wollen. Denn das veränderte Saatgut sei so
verändert, dass von der Ernte nichts wieder ausgesät
werden könne. Gerade darauf wären die Kleinbauern
allerdings angewiesen. "Unsere Landschaft braucht keine
Gentechnik", resümierte Vogler.
Nur logisch und konsequent ist es für
Vogler, auch ganz auf gentechnisch veränderte Futtermittel zu
verzichten. Hier wollte Ulrike Plessing (ÜfA) nicht mitziehen.
Der Verzicht auf den Anbau sei gut, sagte sie, der Verzicht auf
Futtermittel allerdings zu teuer und benachteilige Landwirte, die
darauf angewiesen seien und "nur weil wir hier wohnen". Mit jedem
umweltschonenderen Verhalten manövriere man sich zunächst
in eine "schlechtere Situation", hielt Reinhard A. Weigelt (FDP)
entgegen. Doch wie die boomende Bioregion zeige, könne sich
dies auszahlen und tue der schönen Landschaft gut. Wenn, dann
müsse man jetzt "protestieren", bekannte auch Axel Wieczorek
(ÜfA) und plädierte für ein Signal.
Mit einer Erklärung im Leitbild für die
Bodenseeregion sei nichts erreicht, widersprach Michael Jeckel
(CDU), zumal es rechtlich wirkungslos sei. "Wir manövrieren
uns ins Abseits", glaubte Jeckel, währen Martin Hahn (LBU)
sich von der Erklärung einen weiteren Schritt zur
"Profilierung der Region" erkannte. Zudem gebe es viele biologische
Betriebe und 200 bis 300 Arbeitsplätze, die auf die
"Gentechnikfreiheit" zwingend angewiesen seien.
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